Author: Eric Holst

Moritz""
Morrison, A. (2016): How smart contracts automate digital business, (Hrsg.: PwC network), Blog, in: http://usblogs.pwc.com/emerging-technology/how-smart-contractsautomate-digital-business/

Das Web3 macht es möglich, für alles dezentralisierte Alternativen zu bauen: Statt Zentralbankgeld gibt es Bitcoin, ein neues globales Finanzsystem wird mit Ethereum ermöglicht, und statt uns in Unternehmen zu organisieren, loggen wir uns bald in „DAOs“ ein.

Definition und Idee

Das Kürzel steht für „Dezentrale autonome Organisation“.

Der Grundgedanke ist der gleiche wie bei allen anderen Blockchain Anwendungen „Don´t trust – verify.“

Die Idee geht noch ein Schritt weiter: Wenn sich Handelsbeziehungen in Code formalisieren lassen, so wie Smart Contracts Bankgeschäfte abbilden. Dann könnte theoretisch auch eine komplexe Organisation in Code abgebildet werden, welche die Verwaltung und Management ersetzt.

Das Blockchain-Netzwerk liefert die sichere Infrastruktur, für den die in Code geformten Regeln und um eine eigene DAO-Währung zu schaffen, mit welcher bestimmte Anreize für gewisse Arbeiten bezahlt werden können. Sowie Sonderformen von Tokens geschaffen werden, mit denen Mitarbeiter an demokratischen Abstimmungen teilnehmen können.

Nutzen im Web 3

Dezentrales Arbeiten ist für die Web3 Branche üblich, denn es gab lange keine örtlichen Hotspots, in denen sich Talente sammelten, um persönlich zusammenzuarbeiten. Doch solche Teams stehen vor einer Vertrauenshürde, denn wer kann sicher gehen, dass die Führungsriege nicht mit Investorengeldern oder den Früchten der gemeinsamen Arbeit verschwinden?

Es gibt unzählige Beispiele davon, wie anonyme Teams in Minuten mehrere Millionen Dollar über Crowd-Investments einnahmen, aber dann verschwanden, sogenannte „Exit Scams“. Sowie höchst Gründer, welche die Unternehmensgewinne in privaten Wallets abgriffen und von niemandem zur Rechenschaft gezogen werden konnten.

Das Vertrauen in die Menschen wird hingegen mit DAO-Code ersetzt, da sich dieser vollständig transparent und für jeden einsehen lässt. Dadurch entsteht eine Web3-Native Unternehmensform, welche viel attraktiver für Investoren und Mitarbeiter:innen wird. Denn es lassen sich Regeln der Mitarbeit, Abstimmungen unter Investoren und Mitarbeitern, Automatisierungen in der Auszahlung und Verteilung der eingesammelten Mittel, sowie flache und demokratische Strukturen coden.

Durch den Open-Source-Code können zudem andere Teams ihre eigene DAO in Minuten erstellen und sofort arbeitsfähig werden.

DAOs machen decentralized finance sicherer

Bereits heute werden einige der größten DeFi-Protokolle von DAOs verwaltet und sind dadurch überlebensfähiger im derzeitigen Bärenmarkt als CeFi-Konkurrenten, welche von korrupten Geschäftsführern geleitet wurden.

Einige der DeFi Projekte werden von DAOs verwaltet, wie z.B. Compound, Uniswap oder Aave. Letztere ist ein dezentrales Liquiditäts-Protokoll, über das verschiedene Krypto ver- und geliehen werden können. Aave gehört zu den 10 größten DeFi-Protokollen und verwaltet derzeit 1 Mrd. $ (87% unter seinem All-Time High im Vergleich zu Mai 2021). Alle die ihr Krypto an Aave verleihen, erhalten einen „Governance-Token“, womit sie ein Mitbestimmungsrecht über die Richtung des Protokolls haben.

Heute beteiligen sich bereits 127.143 Token-Holder an Entscheidungen, wohin Forschungsgelder investiert werden, die Rendite an Investoren oder die Entwicklung der Produktroadmap. Derzeitige Abstimmungen findet ihr auf deren Governance-Website.

Probleme in der Vergangenheit und Anwendungen für die nahe Zukunft

Blockchain-Protokolle waren in der Vergangenheit nicht sehr flexibel und sicher, um auf Bugs im Code zu reagieren.

So erzeugte die erste Investoren-DAO „The DAO“, eine Existenzkrise für die damals noch junge Ethereum-Blockchain. Damals nutzte ein Hacker einen Bug über Investitionsentscheidungen aus und konnte 3,6 Millionen Ether (heute ca. 5,6 Mrd. $)

in Projekte leiten, die in dessen eigene Tasche gegangen wären. Die festgelegten Regeln konnten nicht verändert werden und der einzige Lösungsweg war ein Riss im Netzwerk, ein sogenannter Hard-Fork in Ethereum und Ethereum Classic, wodurch die Investoren ihre Gelder zurückerhielten. Die gesamte Story findet ihr hier und anschaulich erzählt in “the infinate machine” von Camilla Russo.

Aus dieser Lektion etablierten jüngere Blockchains wie Tezos, wichtige Features wie „On Chain Governance“ zu integrieren, d.h. Abstimmungen über das Protokoll als Teil des Protokolls zu machen.

Zudem entwickeln Unternehmen Aragon, Orca Protocol, Tally, Governor & Co. neue DAO Konzepte, um Standardisierung, Modularisierung, On- und Off-Chain Lösungen anzubieten.

So wie heute bereits mit etablierten Smart Contract-Vorlagen dezentrale Bankdienstleistungen gebaut werden können, bieten DAO-Vorlagen die Grundlage für dezentrale NGOs, Freiberufler-Netzwerke, Unternehmen und Fonds an.

[/et_pb_text][/et_pb_column] [/et_pb_row] [/et_pb_section]
Spread the love