Author: Sebastian Storjohann

Der Ticketverkauf von Taylor Swift endete in einem großen Chaos. Betrügereien, Verkäufe auf dem Schwarzmarkt und frustrierte Fans waren die Folge. Doch viele dieser genannten Probleme könnten in der Zukunft durch den Einsatz von NFTs gelöst werden.

Taylor Swift Ticket-Chaos

Taylor Swifts Konzerttournee startete unter den Zeichen von Frust, Zusammenbrüchen und Profitgier. Der geplante Verkauf von Tickets für die anstehende Taylor Swift Tour löste einen Zusammenbruch des Ticketanbieters Ticketmaster aus. Einige Fans warteten bis zu 8 Stunden in Warteschlangen und hofften darauf, ein Ticket zu ergattern. Diese hohe Nachfrage nutzten viele Käufer, um ihre Tickets zu überteuerten Preisen von bis zu 22.000 € zu verkaufen. Viele Fans machten ihre Enttäuschung und ihren Unmut auf Social Media deutlich – sogar US Senator David N. Cicilline schrieb auf Twitter, dass die fehlende Regulation des Ticketanbieters inakzeptabel sei.

Ist der NFT-Markt tot?

Von Zusammenbrüchen und enttäuschten Erwartungen können NFT-Fans viel erzählen. Im Januar 2022 erlebten NFTs noch ihren absoluten Höhepunkt, als ihr Handelsvolumen bei 17 Milliarden US Dollar lag. Viele Investoren spekulierten und erhofften sich eine schnelle Multiplikation ihres Investments. Davon ist Ende des Jahres nicht mehr viel übrig. Das Handelsvolumen ist auf unter 300 Millionen US Dollar gesunken und die Illusion des schnellen Geldes ist geplatzt.

Das Potenzial von NTFs wird weiterhin von vielen Experten aus unterschiedlichen Branchen wahrgenommen. Aus einer Krise können bekanntlich auch neue Ideen entstehen. Der Taylor-Swift Fall zeigt, dass bereits bestehende NFT-Entwickler zum Beispiel das Geschäftsfeld des NFT-Ticketings stärker forcieren sollten, da es hier viele Herausforderungen gibt, die durch den Einsatz von NFTs gelöst werden könnten.

Universal’s new Bored Ape Yacht Club NFT. Quelle: Decrypt

Probleme des aktuellen Ticketing-Systems

Die Ticketindustrie kämpft immer wieder mit Betrügern. Eine bekannte Strategie, die im Fall des Taylor Switf Konzerts angewendet wurde, ist das “Ticket Scalping”. Dabei werden Tickets strategisch eingekauft, um sie für einen vielfachen Preis dann wieder zu verkaufen. Andere Betrüger fälschen Tickets, die dem Original identisch sind, sich jedoch beim Scannen der Tickets als Fake herausstellen. Es wird auch oft nach Zahlungseingang gar kein Ticket verschickt. Bei all diesen Strategien der Betrüger bleibt der Fan auf seinen Kosten sitzen.

Auch wenn das Ticket bereits digitalisiert wurde und man nicht mehr befürchten muss, ein ausgedrucktes Ticket zu verlieren oder es zu beschädigen, hat das digitale Ticket immer noch Lücken. Der sekundäre Markt, der von Verkäufern erschaffen wird, ist nicht kontrolliert. Das führt ebenfalls zu Betrug oder überhöhten Preisen, die beim Zwischenhändler ankommen, aber nicht bei den Künstlern. Bands wie Rammstein wehren sich dagegen und erhoben sogar Klage gegen die Plattform viagogo, welche bereits erworbene Tickets zu einem vielfachen Preis weiterverkaufen.

Wie können NFTs das Ticketing revolutionieren?

Die Revolution hat schon begonnen, denn Künstler wie der DJ 3LAU, Steve Aoki oder auch ganze Festivals wie das weltweit bekannte Coachella haben Projekte gestartet, bei denen Besucher Einlass bekommen, indem sie ein NFT erwerben. Es gibt also bereits einige Anwendungsbeispiele für Tickets. Die  Disruption der Musikindustrie durch NFTs hat jedoch noch nicht begonnen. Viele Musikfans sind noch nicht in Berührungen mit NFTs gekommen und verfügen über keine NFT Wallet, was wiederum die vollständige Adaption bremst.

Dabei würden Künstler, Fans und sogar Veranstalter von der Entwicklung des NFT Ticketings profitieren. Zum einen wird es den Betrügern nicht mehr ermöglicht, Tickets zu fälschen, da die Daten unveränderlich auf der Blockchain gespeichert werden und somit alle Parteien die Echtheit der Tickets bestätigen können. Auch das “Ticket-Scalping” könnte unterbunden werden, indem das NFT als nicht übertragbar programmiert wird. Für die Künstler könnten sich außerdem ganz neue Möglichkeiten ergeben, da die NFTs auf ihren Events als programmierbares Geld fungieren können. Dadurch können Künstler ihre Wertschöpfungskette erweitern und gleichzeitig den Fans, durch das Sammeln von Tickets, einen exklusiven Reward ermöglichen. Diese Art der Exklusivität und Wertschätzung kann eine neue Bindung zwischen Fans und Künstlern schaffen. Die V.I.P. Tickets können etwa  exklusives Videomaterial nach dem Event erhalten oder Day One Fans bekommen als Belohnung freie Getränke oder ein Fan-Treffen mit dem Künstler. 

Selbst für die Veranstalter kann es sich lohnen, da sie das Event und die Tickets so einzigartig gestalten können, dass diese Tickets zu echten Sammlerstücken werden. Wer würde nicht gerne einen NFT als Beweis dafür haben, Musiklegenden wie Kurt Cobain live erlebt zu haben? Wenn die Tickets dann weiterverkauft werden, können sie eine kleinen Teil des Gewinns eines jeden Weiterverkaufs erhalten.

Wie können NFTs ein Teil der Musikindustrie werden?

Auch wenn der NFT Markt aktuell an seinem Hype verliert, existieren viele reale Geschäftsfelder, die in verschiedenen Industriesektoren etwas verändern können. In der Musikbranche hat man mit vielen Herausforderungen zu kämpfen, die im Beispiel von Taylor Swift einen Anlass bieten, das aktuelle Verfahren zu hinterfragen. Die Speicherung der Daten auf einer Blockchain könnte viele dieser Herausforderungen bekämpfen und gleichzeitig für Künstler, Fans und Veranstalter neue Möglichkeiten bieten, die Wertschöpfungskette umzugestalten. Aktuell fehlt es noch an einem allgemeinen Verständnis darüber, welchen Mehrwert die Anwendung einer NFT-Wallet den Fans ermöglichen könnte. Die Revolution bleibt erst einmal aus. Sowohl Künstler als auch Fans haben es selbst in der Hand. Sie können mit ihren Wünschen nach Musikerlebnissen und Kontakt mit ihrem Lieblingskünstler die Musikindustrie durch reale Anwendungen von NFTs revolutionieren.

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